Arbeitsgemeinschaft Naturschutz im Beltringharder Koog (AGNB)


Das Feuchtgrünland

Im Norden und Osten des Beltringharder Koogs liegt das ca. 400 ha große Feuchtgrünland. Daran westlich angrenzend dehnt sich der von Regenwasser gespeiste 310 ha flache Lüttmoorsee aus. Das Feuchtgrünland wird gezielt als Nahrungsfläche für Enten und Gänse und als Brutgebiet für Wiesenvögel entwickelt und gepflegt, d.h. mit 0,5 Rindern/ha nur gering beweidet. Diese Vogelarten benötigen offenes und sehr nasses Grünland. Deshalb wird das Wasser im Feuchtgrünland soweit wie möglich gestaut, so dass die Flächen im Winter unter Wasser stehen. Im Frühjahr wird der Wasserstand bis auf Geländehöhe abgesenkt. Im Sommer sinkt dann der Wasserstand durch Verdunstung weiter ab.

 

Über 10.000 Nonnengänse und Pfeifenten nutzen das Feuchtgrünland im Frühjahr und Herbst zur Nahrungssuche. Wegen der vielen Gänse können die Feuchtwiesen meistens erst ab Juni von Rindern beweidet werden. Die Gänse halten im Frühjahr die Vegetation so kurz, dass dort Regenpfeifer, Säbelschnäbler und Seeschwalben geeignete Brutplätze finden. Die wichtigsten Brutvögel sind hier Kiebitz, Rotschenkel, Uferschnepfe und einige der selteneren Entenarten wie Löffel-, Krick-, Knäk- und Schnatterente. Auch Amphibien und amphibische Pflanzen wie Wasserhahnenfuß und Tannenwedel finden hier optimale Lebensbedingungen. Die beiden Kleientnahmen stellen eine zusätzliche Bereicherung dar. Rohrsänger, Blaukehlchen und Bartmeise brüten im unbeweideten Schilfröhricht des Ufers und Wasservögel, Möwen und andere Bodenbrüter nutzen die vielen kleinen Inseln als Brutplätze.

 

Im Herbst und Winter fallen vor allem am Lüttmoordamm die Bisamburgen auf. Der Bisam -ein Neubürger aus Nordamerika- trägt dafür große Mengen Pflanzenmaterial zusammen und hält dadurch Flächen offen. Seine Burgen dienen Gänsen, Enten und anderen Arten als sicherer Brutplatz.

Nonnengänse
Uferschnepfe
Kiebitz